Der Anruf kam um 22:47

Mein Vater war seit elf Jahren tot. Elf Jahre, drei Monate, vierzehn Tage. Ich weiß das so genau, weil ich jeden Monat an seinem Todestag auf den Friedhof nach Hannover fahre und frische Lilien auf das Grab stelle. Er mochte keine Nelken.

Und dann klingelte mein Handy.

Die Nummer kannte ich nicht. Vorwahl München. Ich bin in Bremen aufgewachsen, lebe aber seit acht Jahren in Hamburg, arbeite als Zahntechnikerin, habe eine zwölfjährige Tochter, Mira, die um diese Zeit längst schlief. Mit München habe ich nichts zu tun.

„Ja?"

„Hallo, spreche ich mit Frau Karin Seidel?"

„Am Apparat."

„Hier ist das Klinikum rechts der Isar. Sie sind als Notfallkontakt bei uns hinterlegt."

Ich habe im Stehen nicht geatmet. Nur dagestanden, mit der Zahnbürste in der Hand, Zahnpasta ist mir auf den Ärmel getropft.

„Für wen?"

„Herr Wolfgang Seidel, geboren 1948. Ihr Vater."

Die Zahnbürste lag im Waschbecken. Ich habe auf den weißen Schaum gesehen, wie er in den Abfluss floss.

„Mein Vater ist seit elf Jahren tot."

Die Schwester am anderen Ende schwieg. Dann hörte ich Papier rascheln. Eine Akte, die aufgeklappt wurde, das Geräusch kenne ich aus meiner eigenen Praxis.

„Er wurde heute eingeliefert. Herzinfarkt. Auf der Intensivstation, Zimmer 317. Er ist ansprechbar, aber kritisch."

Mein Kopf arbeitete wie eine Suchmaschine: Wolfgang Seidel, geboren 1948. Das könnte er sein. Nein, das ist er nicht. Oder doch?

„Rufen Sie die Tochter an", sagte ich. „Ich bin seine Ex-Frau."

Drei Sekunden Pause.

„Dann sind Sie die einzige Kontaktperson, die er angegeben hat. Und wir brauchen eine Entscheidung über weitere Maßnahmen. Er hat eine Patientenverfügung, aber Sie sind als Bevollmächtigte eingetragen."

Da hab ich aufgelegt.

So stand ich im Bad. Spiegel beschlagen, Zahnpasta überall, und kein einziger klarer Gedanke.

Drei Uhr nachts. Ich fuhr.

Der Wagen, ein grauer Audi, zog durch die leere Autobahn. Auf dem Beifahrersitz lag die Tasche, die ich in zwanzig Minuten gepackt hatte. Unterwäsche, Zahnbürste, das blaue Kleid für alle Fälle, die Dokumentenmappe.

Ich dachte an den Tag der Beerdigung.

Alle hatten gesagt, wie leid es ihnen tut. Die Schwester meines Vaters, Tante Brigitte, hatte mich umarmt, und ich hatte nichts gefühlt. Ich stand am Grab und wartete, dass der Pfarrer fertig wird. Ich war sechsundzwanzig und dachte an den Rest des Lebens, den ich ohne ihn schaffen musste.

Der Sarg senkte sich. Ich warf eine Rose hinein. Meine Mutter warf keine.

Sie stand zwei Meter links, im schwarzen Mantel, und sah auf die Autobahn hinter dem Friedhof. Als die Trauergesellschaft ging, packte sie mich am Arm.

„Karin. Er hatte eine Lebensversicherung."

Meine Mutter ist Buchhalterin von Beruf. Sechsunddreißig Jahre bei derselben Firma in Bremen, erst als Angestellte, dann als Leiterin des Rechnungswesens. Sie riecht nach Papier und spricht in Tabellen.

„Was heißt das, Mama?"

„Es heißt, dass in ein paar Wochen zweihundertvierundachtzigtausend Euro auf mein Konto kommen."

Sie sprach die Zahl aus, wie andere Leute einen Namen aussprechen, den man nicht mehr erwähnen darf.

„Ist das nicht gut?", fragte ich.

„Er hat sie erst vor vier Jahren abgeschlossen. Eine hohe Summe für sein Alter. Der Versicherer wird prüfen. Aber die Sterbeurkunde ist echt, das Standesamt hat sie ausgestellt. Sie werden zahlen müssen."

Ich weiß noch, wie ihre Finger die Handtasche umklammert hielten. Nicht vor Aufregung. Vor Genugtuung.

Als ich das Klinikum in München erreichte, war der Himmel über der Stadt grau wie der Asphalt unter meinen Schuhen. Zehn vor sechs. Am Empfang saß eine Frau mit kurzen grauen Haaren und schob mir ein Formular hin.

„Angehörige?"

„Ich weiß es nicht."

Sie sah mich an, und da verstand ich, dass dies die letzte Nacht gewesen war, in der ich mir einreden konnte, das alles sei ein Irrtum.

Intensivstation, Zimmer 317.

Die Tür stand halb offen. Ein Monitor piepte. Schläuche. Ein Mann im Bett, schmal, grau, mit einem Sauerstoffschlauch unter der Nase.

Ich bin nicht hingegangen. Ich blieb im Türrahmen stehen, die linke Hand am Türgriff, die rechte zur Faust geballt.

Er öffnete die Augen.

„Karin."

Ich habe den Türgriff losgelassen.

„Du solltest tot sein", sagte ich.

Er nickte. So, wie man einem fremden Menschen zustimmt, der einem etwas Unerhörtes sagt.

„Ich wollte euch das ersparen."

Meine Stirn lag fast an der Türkante. Ich habe mir die Drähte angesehen, die zu ihm führten, die Geräte, die ihn am Leben hielten.

„Du wolltest uns ersparen, dass du noch lebst?"

„Ich wollte euch ersparen, dass ich mit allem abhaue. Mit den Schulden. Mit dem, was ich war."

Ich habe gelacht. Ein Laut, der nicht zu mir gehörte.

„Du bist nicht abgehauen. Du bist gestorben. Das ist ein Unterschied."

Er drehte den Kopf zum Fenster. Draußen zog ein Krankenwagen über den Hof, das Blaulicht spiegelte sich im Glas.

„Wer hat die Sterbeurkunde ausgestellt?", fragte ich.

„Ein Bekannter beim Standesamt in Regensburg. Ich habe ihm den Ausweis eines Toten gebracht, einen Obdachlosen ohne Angehörige, den ich in der Notunterkunft kennengelernt hatte. Er ist wirklich gestorben, im Krankenhaus, ohne Namen. Ich habe ihm meinen gegeben."

Ich habe die Augen zugemacht. Ich habe gezählt. Eins. Zwei. Drei. Wie in der Praxis, bevor ich etwas sage, das ich bereuen werde.

„Und die Versicherung hat gezahlt, weil ein echter Toter unter deinem Namen lag."

„Ja."

„Die zweihundertvierundachtzigtausend", sagte ich. „Die hat Mama genommen. Für die Grabpflege. Für den Marmor. Für alles, was du bei der Scheidung nicht bezahlt hast."

Er sah mich an, mit einer Ruhe, die mich mehr erschreckte als jedes Zittern.

„Ich weiß. Ich habe es ihr gegönnt."

Die folgenden Tage verbrachte ich in einem bräunlichen Hotelzimmer in München. Die Vorhänge rochen nach Staub und kaltem Rauch, dabei bin ich Nichtraucherin. Auf dem Nachttisch lag die Dokumentenmappe, die ich von zu Hause mitgenommen hatte, und darin sein Tod.

Sein falscher Tod, mit echter Urkunde.

Am dritten Tag kam eine Ärztin, Dr. Cornelia Brandt, Mitte fünfzig, randlose Brille, und bat mich in ein Besprechungszimmer.

„Ihr Vater wird es voraussichtlich schaffen. Der Infarkt war ein Warnschuss, aber das Herz ist zu retten. Wir brauchen nur eine Entscheidung."

„Die Patientenverfügung?"

Sie hielt einen feinen Kugelschreiber in der Hand, mit dem sie abwechselnd auf das Papier tippte und auf mich sah.

„Ihr Vater wurde unter dem Namen Wolfgang Seidel eingeliefert. Aber im Personenstandsregister ist dieser Name seit elf Jahren als verstorben geführt. Wir müssen das der Meldebehörde anzeigen, sobald er stabil ist. Das ist nicht unser Problem, aber Sie sollten wissen, dass es eines wird."

Ich saß am runden Tisch, auf einem Stuhl, der quietschte, und sah auf die weiße Wand mit der Uhr. Es war 14:22.

„Er hat eine Tochter, und die hat wiederum eine Tochter", sagte ich. „Meine Mira ist zwölf. Sie hat einen Großvater, von dem sie nur weiß, dass er tot ist."

„Davon wusste ich nichts."

Ich habe tief eingeatmet.

„Ich bin seine Ex-Frau. Und laut ihrer Unterlagen bin ich die Bevollmächtigte. Was heißt das?"

Die Ärztin klappte die Akte zu.

„Dass Sie entscheiden. Es sei denn, Sie übertragen die Vollmacht."

Ich habe an Mama gedacht. An ihre Handtasche, ihre Tabellen, ihre Genugtuung. An den Sarg, der in die Erde fuhr. An die Jahre ohne ihn.

Und ich habe die Vollmacht angenommen.

Zwei Wochen später war er so weit, dass man ihn verlegen konnte. Ich habe ein Zimmer in einer Seniorenresidenz in der Nähe von Hannover organisiert. Die Kosten übernahm die Kasse, den Rest eine private Zusatzversicherung, die noch auf den alten, echten Namen lief und die er all die Jahre unbemerkt weiterbezahlt hatte.

Ich habe seine Sachen geholt. Eine kleine Wohnung in München, zwei Zimmer, ein Kühlschrank mit abgelaufenem Joghurt. In der Schreibtischschublade lagen ein Reisepass auf falschem Namen, ein Führerschein, ein kleines Notizbuch. Die Notizen waren in seiner Handschrift, Kontonummern und Daten, wie eine Geheimschrift, die ich auf den ersten Blick nicht lesen konnte.

Auf dem Boden unter dem Bett stand ein Schuhkarton.

Darin: Fotos. Es waren Fotos von mir. Vom ersten Schultag, von der Jugendweihe, von der Ausbildung. Mein Gesicht auf einem Zeitungsausschnitt, als ich ein Hockeyturnier gewonnen hatte. Ein Zettel mit der Adresse meiner Zahnarztpraxis in Hamburg, dort, wo ich selbst Patientin bin. Und zuunterst ein Foto von Mira, offenbar von ihrer Einschulung, aus der Entfernung fotografiert, durch einen Zaun.

Er hatte mich nie gesucht. Er wusste die ganze Zeit, wo ich bin. Er hatte nur nie angerufen.

Ich stand in seiner fremden Wohnung, mit dem Pappkarton in der Hand, und überlegte, ob ich ihn in den Müll werfen oder dem Mann bringen soll, für den wir elf Jahre lang einen Grabstein gepflegt haben.

Es gibt kein richtiges Wort für das, was da passiert ist. Also habe ich den Karton einfach zugeklappt und mitgenommen.

Als ich nach Hause kam, war auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht.

„Karin, hier ist Tante Brigitte. Ich war auf dem Friedhof, und da steht ein fremder Name neben eurem auf dem Familiengrab. Was ist da los? Bitte, ich verstehe das nicht."

Ich bin nicht hingefahren. Ich habe Mama angerufen und gesagt, ich komme vorbei.

Sie saß am Esstisch in Bremen, die Brille auf der Nasenspitze, und sortierte Unterlagen. Vor ihr lag ein Ordner mit der Aufschrift „Nachlass". Sie sah auf, als ich hereinkam, und ich sah an ihrem Kugelschreiber, dass sie schon lange arbeitete.

„Ich muss dir etwas sagen", sagte ich.

„Dann sag es."

„Papa lebt."

Der Stift blieb in ihrer Hand. Sie bewegte ihn nicht.

„Wie bitte?"

„Er hat seinen Tod vorgetäuscht, mit dem Ausweis eines Toten ohne Angehörige. Die Sterbeurkunde war deshalb echt, aber der Tote war nicht er. Er ist krank, ich habe entschieden, dass er behandelt wird."

Sie legte den Stift ab, Stiftspitze exakt parallel zur Tischkante.

„Du hast was?"

„Ich bin die Bevollmächtigte. Das habe ich unterschrieben."

„Und die zweihundertvierundachtzigtausend?"

Die Frage kam ohne Zögern. Das war meine Mutter. Keine „Wie konnte er nur", keine „Ich falle in Ohnmacht". Sie dachte an das Konto.

„Die hat der Versicherer ausgezahlt, weil ein echter Mensch unter seinem Namen gestorben ist", sagte ich. „Rein rechtlich war das Betrug. Jetzt, wo klar ist, dass Papa lebt, kann die Versicherung das Geld zurückfordern. Mit Zinsen. Vielleicht mit einer Anzeige."

Da wurde sie sehr still.

„Wusstest du davon?", fragte ich. „Dass er es so gemacht hat?"

Sie stand auf, die Hände flach auf dem Tisch.

„Er hat mir nur gesagt, ich solle die Urkunde nicht zu genau lesen."

Ich bin zum Schrank gegangen und habe das Fach mit den alten Fotoalben geöffnet. Ein dicker Rücken, dunkelgrün. Ich habe es herausgezogen und aufgeschlagen. Da war ein Bild von uns dreien, Ostsee, ich war sechs. Papa mit mir auf den Schultern, Mama daneben im hellen Kleid.

„Ich will das Geld an den Versicherer zurückgeben", sagte ich. „Bevor sie es sich holen und dabei Papa wegen Betrugs anzeigen. Dann ist es unsere Entscheidung und nicht ihre."

„Das ist mein Geld."

„Es war nie deins. Es war der Preis für eine Lüge, die jetzt aufgeflogen ist."

Jetzt war es still. Unten trommelte die Nachbarin, Frau Petersen, gegen die Wand, weil mein Auto auf ihrem Parkplatz stand.

Am Abend bin ich in ein Hotel in Bremen gefahren und habe einen Brief an den Versicherer geschrieben. Ich legte dar, was geschehen war: die falsche Identität, den echten Toten ohne Namen, die Auszahlung unter falschen Voraussetzungen. Ich bot die vollständige Rückzahlung an, in monatlichen Raten, die ich und meine Mutter gemeinsam tragen würden, um ein Strafverfahren gegen meinen Vater abzuwenden.

In der Nacht saß ich im Bett, die Beine angewinkelt, und las den Brief noch einmal. Vor mir lag der grüne Fotoalbum-Rücken, den ich mitgenommen hatte. Ich habe die Seite mit dem Ostseebild aufgeschlagen, die Ecke war eingerissen. Auf der Rückseite des Bildes stand, in Papas Handschrift:

„Karin, wenn du das hier ließt, hab ich alles richtig gemacht."

Er schrieb „ließt" mit Doppel-s. Ich habe eine Weile auf die falsche Schreibweise gestarrt, als könnte sie mir sagen, ob er es damals ernst gemeint hatte.

Am nächsten Morgen, zehn nach neun, habe ich mich mit ihm in der Seniorenresidenz getroffen. Er saß am Fenster, auf einem Stuhl, und sah auf den Teich. Auf dem Tischchen daneben stand ein Glas Wasser mit einem Trinkhalm.

„Ich habe Mama getroffen", sagte ich.

Er bewegte den Trinkhalm.

„Ich weiß. Sie war gestern hier. Vor dir."

Ich habe mich neben ihn gesetzt. Der Stuhl war zu hart, das Leder klebte an meinen Oberschenkeln.

„Und?"

„Sie wollte wissen, ob ich sie anzeigen lasse, wenn sie das Geld nicht hergibt. Ich habe ihr gesagt, nein. Ich habe ihr gesagt, sie soll es dir geben. Für Mira."

Ich dachte an die Vollmacht, die in meiner Dokumentenmappe in der Tasche lag. Und dann habe ich etwas getan, das ich mir auf der Autofahrt von Hamburg nach München nicht hätte träumen lassen.

Ich habe sie zerrissen. Nicht die Mappe, nicht den Brief an den Versicherer. Die Vollmacht. Kopie und Original.

„Ich brauche keine Vollmacht mehr", sagte ich. „Der Versicherer hat meinen Vergleichsvorschlag heute Morgen per Mail bestätigt. Mama und ich zahlen zusammen zurück, in vier Jahren, ohne Anzeige. Ab morgen bist du wieder amtlich Wolfgang Seidel, mit Meldeadresse in Hannover."

Er sah auf den Papierschnipsel, der auf den Boden gefallen war.

„Und die Grabplakette?"

„Die lässt Mama abmontieren. Ich habe sie heute Morgen darum gebeten, und sie hat zugesagt. Das Grab bleibt leer, bis es einmal gebraucht wird. Richtig, diesmal."

Da hat er geweint, nicht laut, sondern wie jemand, der Wasser aus seinen Augen lässt und es nicht mehr aufhalten kann. Ich habe ihm nicht die Hand gegeben. Ich habe den Zettel aus dem Schuhkarton genommen, auf dem die Adresse meiner Praxis stand, und ihn in das Glas Wasser gelegt. Das Papier quoll auf, die Schrift zerfloss.

„Wenn du uns finden willst", sagte ich, „dann will ich, dass du uns findest. Aber nicht mehr über die Nummer einer Zahnarztpraxis. Über die Tür. Mira wird dich im Oktober besuchen kommen, wenn du so weit bist. Ich habe es ihr schon erzählt."

Ich bin gegangen, ohne ihn zu umarmen.

Drei Monate später, ein Freitag, klingelte es an der Wohnungstür. Ich machte auf, und da stand Tante Brigitte.

Sie hielt eine weiße Lilie in der Hand.

„Ich war auf dem Friedhof. Der Name ist weg. Und die Plakette auch."

Ich ließ sie herein. Sie ging durch den Flur, als hätte sie immer schon hier gewohnt, und blieb vor dem Bücherregal stehen, wo das Foto von mir und Mira steht.

„Deine Mutter hat mir erzählt, was war", sagte sie. „Sie hat gesagt, du hast das Richtige getan."

„Sie hat es nicht so gemeint, wie es sich anhört."

Brigitte lachte kurz, ohne Bitterkeit.

„Doch. Ich kenne deine Mutter. Wenn sie etwas nicht meint, sagt sie es gar nicht erst."

Ich habe die Lilie in eine Vase gestellt, mitten auf den Tisch im Flur, dorthin, wo sonst nichts steht.

Am selben Abend ging ich ins Bad wie in jener Nacht, die mit dem Anruf um 22:47 begann. Ich putzte mir die Zähne. Der Spiegel beschlug, wie immer, weil ich das Wasser zu heiß laufen ließ.

Aus dem Kinderzimmer rief Mira etwas, das ich nicht verstand, und ich rief zurück, dass ich gleich komme.

Ich stellte die Zahnbürste in den Becher, Stiel nach unten, Borsten nach oben. Der Wasserhahn war zu, aber der Spiegel blieb trotzdem trüb, für ein paar Sekunden, bis die Luft im Bad sich wieder beruhigte und die Fläche klar wurde und mein eigenes Gesicht zurückgab, genauso, wie es immer war.

Ich ging zu Mira hinüber, setzte mich auf die Bettkante und erzählte ihr, dass ihr Großvater im Oktober zu Besuch kommt, und dass er Lilien mag und keine Nelken.

Rate article
Mediatop Newsline
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

Der Anruf kam um 22:47